Home / Blog-Cetner / Dockingstation /

Thunderbolt 5 vs. Thunderbolt 4: Was hat sich wirklich geändert (und wer sollte upgraden)?

Thunderbolt 5 vs. Thunderbolt 4: Was hat sich wirklich geändert (und wer sollte upgraden)?

11/03/2026

Wenn du schon einmal zugesehen hast, wie sich ein Fortschrittsbalken quälend langsam über deinen Bildschirm bewegt, während du ein 4K-Projekt auf eine externe SSD kopierst — Monitore flackern, das Dock läuft heiß, der Laptop-Akku entlädt sich trotz „angeschlossenem“ Netzteil — dann kennst du die Frustration, an die Grenzen von Thunderbolt 4 zu stoßen.

Zwei 4K-Bildschirme, eine externe NVMe und ein Ethernet-Kabel, die alle um dieselbe 40-Gbit/s-Verbindung kämpfen. Irgendetwas gibt immer nach.

Thunderbolt 5 (TB5) vs. Thunderbolt 4 (TB4) ist nicht nur ein kleines Spec-Upgrade. Es ist ein echter Generationssprung. Aber ist das für deinen Workflow wirklich relevant – oder nur ein weiteres Upgrade, das du getrost ignorieren kannst?

Schauen wir uns das genauer an.

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Thunderbolt 5 und Thunderbolt 4?

Thunderbolt 5 verdoppelt die Basisbandbreite auf 80 Gbit/s (statt 40 Gbit/s), unterstützt bis zu 120 Gbit/s mit Bandwidth Boost, verdoppelt die PCIe-Datenraten für Speicher und eGPUs, integriert DisplayPort 2.1 für Multi-8K-Display-Support und erhöht die maximale Power Delivery auf 240 W.

Hier ist der vollständige Vergleich, basierend auf Intels offiziellem Thunderbolt 5 Technology Brief:

Spezifikation Thunderbolt 4 Thunderbolt 5
Gesamtbandbreite (bidirektional) 40 Gbit/s 80 Gbit/s
Maximale Bandbreite (mit Boost) 40 Gbit/s 120 Gbit/s
PCIe-Daten-Tunneling 32 Gbit/s (Gen 3) 64 Gbit/s (Gen 4)
DisplayPort-Version DP 1.4 DP 2.1
Max. Display-Support 2× 4K @ 60Hz 3× 4K @ 144Hz oder 2× 8K @ 60Hz
Power Delivery (Mindestanforderung) Bis zu 100 W Bis zu 140 W
Power Delivery (Maximum) Bis zu 140 W Bis zu 240 W
USB-Datenrate USB 3.2: 10 Gbit/s USB 3: 10 Gbit/s (bis zu 20 Gbit/s)
Anschluss USB-C USB-C
Abwärtskompatibilität TB3, USB4 TB4, TB3, USB4 v2

Wie konnte Intel also die Geschwindigkeit verdoppeln, ohne den USB-C-Anschluss zu verändern?

Die kurze Antwort lautet PAM-3-Signalisierung. Statt der simplen An/Aus-Impulse, die TB4 nutzt, sendet TB5 Daten in drei Signalstufen und packt so mehr Informationen in jeden Taktzyklus. Das funktioniert mit bestehenden USB-C-Kabeln bis zu 1 Meter Länge, was bedeutet, dass du keine proprietären Anschlüsse oder Adapter brauchst, um einzusteigen. Ein TB5-zertifiziertes Kabel brauchst du allerdings trotzdem.

Dein altes TB4-Kabel passt zwar physisch, begrenzt dich aber auf 40 Gbit/s.

Wie viel schneller ist Thunderbolt 5 in der Praxis?

Externe SSD-Transfers sind mit Thunderbolt 5 etwa 2–2,5× schneller. Reale Benchmarks zeigen 5.000–6.000 MB/s Lesegeschwindigkeit gegenüber TB4s praktischer Obergrenze von rund 3.000 MB/s.

OWCs Envoy Ultra TB5 erreicht auf einem M4 Pro MacBook etwa 6.500 MB/s sequenzielles Lesen, und Sabrents Rocket XTRM 5 schafft rund 6.000 MB/s Lesen sowie etwa 5.100 MB/s Schreiben. TB4 liegt in der Praxis bei etwa 2.800–3.000 MB/s. Das ist keine kleine Verbesserung.

Praktisch bedeutet das: Ein 100GB-Videoprojekt wird über TB5 in etwa 20 Sekunden kopiert, über TB4 dagegen in ungefähr 45 Sekunden. Dieser Unterschied summiert sich schnell, wenn du das zehnmal am Tag machst. Selbst wenn du Speicher über ein TB5-Dock statt direkt anschließt, erreichst du noch etwa 4.000–5.800 MB/s – TB4-Docks liegen dagegen meist nur bei 1.500–2.500 MB/s.

Und der Vergleich mit internem Speicher ist ebenfalls aufschlussreich.

Die interne SSD des M4 Pro Mac mini liefert in AppleInsiders BlackMagic-Test rund 6.000 MB/s Lesen und 5.200 MB/s Schreiben. MacRumors hat die OWC Envoy Ultra über TB5 mit ungefähr 5.300 MB/s Lesen und 5.250 MB/s Schreiben gemessen, während Newsshooter konstante Lesewerte von über 6.000 MB/s bestätigt hat.

Für die meisten Workflows ist dieser Unterschied allerdings kaum spürbar. Und wenn Apple 200€ dafür verlangt, intern von 512GB auf 1TB zu springen, sieht eine externe 2TB-Thunderbolt-5-SSD für rund 330€ plötzlich nach der sinnvolleren Investition aus.

Ein wichtiger Hinweis: Deine SSD muss mithalten können. TB5 macht ein langsames Laufwerk nicht auf magische Weise schneller, und selbst gute Thunderbolt-5-SSDs haben Grenzen beim SLC-Cache. Tests von Eclectic Light zeigten, dass die Geschwindigkeit nach 50–64GB dauerhaftem Schreiben von 5,5 GB/s auf rund 1,4 GB/s absinken kann, und OWCs eigene Spezifikationen bestätigen, dass sich die dauerhafte Schreibrate beim 2TB-Modell bei ungefähr 1.350 MB/s einpendelt.

Im Alltag und auch bei anspruchsvoller Videobearbeitung wirst du das kaum merken. Wenn du aber regelmäßig 60GB+ in einem einzigen Burst verschiebst, bleibt die interne SSD im Vorteil.

Die Schnittstelle ist eben nur so schnell wie das Laufwerk dahinter.

Was ist Thunderbolt 5 Bandwidth Boost?

Bandwidth Boost ist eine automatische Funktion, die die Bandbreite von Thunderbolt 5 asymmetrisch neu verteilt: bis zu 120 Gbit/s downstream (und 40 Gbit/s upstream), wenn dein System starken Display-Traffic erkennt. Die Funktion greift automatisch, ohne dass du etwas einstellen musst.

Standardmäßig läuft TB5 mit 80 Gbit/s, gleichmäßig auf beide Richtungen verteilt. Aber mehrere hochauflösende Displays mit hoher Bildwiederholrate anzusteuern ist im Wesentlichen eine Einbahnstraße. Die Daten fließen zu den Monitoren, nicht zurück.

Wenn TB5 also displaylastigen Traffic erkennt, schaltet es automatisch auf 120 Gbit/s outbound und 40 Gbit/s inbound um.

Warum ist das wichtig?

Weil ohne Bandwidth Boost zwei 8K-Displays bei 60Hz im symmetrischen 80-Gbit/s-Modus von TB5 nicht möglich wären. Mit Bandwidth Boost bekommst du genug Spielraum für diese großen Displays und behältst trotzdem noch 40 Gbit/s upstream für Speicher, Netzwerk und Peripherie.

Es gibt dabei einen Kompromiss: Wenn du große Dateien hochlädst und gleichzeitig mehrere hochauflösende Displays betreibst, fällt die Upload-Bandbreite auf 40 Gbit/s. Für die meisten ist das unsichtbar. Du müsstest schon etwa einen Livestream auf einen 4K-Ingest-Server hochladen und gleichzeitig drei 4K-Monitore betreiben, um das zu bemerken.

Und selbst dann entsprechen 40 Gbit/s upstream immer noch der kompletten Bandbreite von Thunderbolt 4.

Wie viele Monitore kannst du mit Thunderbolt 5 betreiben?

Image from unsplash

Thunderbolt 5 unterstützt bis zu drei 4K-Displays bei 144Hz, zwei 8K-Displays bei 60Hz mit Display Stream Compression (DSC) oder ein einzelnes Display mit bis zu 540Hz. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber Thunderbolt 4, das maximal zwei 4K-Bildschirme bei 60Hz unterstützt.

Die Dual-4K@60Hz-Grenze von TB4 war lange ein echter Pain Point für Nutzer mit mehreren Monitoren. Content Creators, Entwickler und Finanzanalysten mit drei oder mehr Displays stießen regelmäßig an diese Grenze. Die Integration von DisplayPort 2.1 in TB5 macht dieses Upgrade möglich – also dasselbe Display-Protokoll, das auch in den neuesten Standalone-Monitoren steckt, nur über die Thunderbolt-Verbindung getunnelt.

Für Video-Editoren bedeutet das: Ein farbgenauer Referenzmonitor, ein Timeline-Monitor und ein Tools-/Preview-Panel laufen alle über ein einziges TB5-Kabel von einem Dock aus. Für Gamer ist jetzt sogar 4K@240Hz über Thunderbolt möglich – etwas, das mit TB4 nicht einmal ansatzweise machbar war.

Es gibt allerdings einen Mac-spezifischen Hinweis, den man kennen sollte.

macOS begrenzt externe Displays aktuell auf zwei pro Thunderbolt-Port beim M4 Pro, unabhängig davon, was das Dock technisch leisten kann. M4 Max unterstützt insgesamt bis zu vier externe Displays. Windows unterstützt die volle TB5-Display-Spezifikation ohne diese Einschränkungen. Für Käufer im europäischen Kreativmarkt, wo Macs stark verbreitet sind, ist das relevant.

Wer ein Dock speziell für Triple-4K an einem Mac kaufen will, sollte also zuerst die eigene Chip-Konfiguration prüfen.

Liefert Thunderbolt 5 genug Leistung, um dein Laptop-Ladegerät zu ersetzen?

Thunderbolt 5 unterstützt bis zu 240 W Power Delivery über USB PD 3.1 EPR. Das ist mehr als genug, um Gaming-Laptops und mobile Workstations über ein einziges Kabel von einem Dock aus zu laden.

Die 100-W-Grenze von TB4 (manchmal 140 W bei späteren Implementierungen) ließ viele Laptops unterversorgt. Gaming-Laptops und High-End-Workstations ziehen unter Last 180–230 W, was bedeutete, dass du trotz Docking immer noch ein separates Ladegerät dabeihaben musstest. Nicht gerade ideal für ein „Single-Cable-Desk-Setup“.

TB5s Maximum von 240 W ändert das endlich richtig. Ein einziges Kabel vom Dock zum Laptop übernimmt jetzt Displays, Daten, Speicher, Netzwerk und Laden mit voller Leistung gleichzeitig. Kein separates Netzteil mehr, das den Schreibtisch vollstellt.

Wichtiger Praxis-Hinweis: Die meisten aktuellen TB5-Docks liefern 140 W, was für die große Mehrheit professioneller Laptops – inklusive 16-Zoll-MacBook-Pro-Modellen – ausreicht. Die UGREEN Revodok Maxidok 17-in-1 Thunderbolt™ 5 Dockingstation geht bis auf 240 W und deckt damit selbst besonders stromhungrige Gaming-Maschinen ab.

Ist Thunderbolt 5 mit älteren Geräten abwärtskompatibel?

Ja. Thunderbolt-5-Ports sind vollständig abwärtskompatibel mit Thunderbolt 4, Thunderbolt 3 und USB4-Geräten. Deine vorhandenen Kabel und Peripheriegeräte funktionieren also weiterhin. Sie laufen nur mit ihrer ursprünglichen Geschwindigkeit.

Genau diese Sicherheit brauchen die meisten, bevor sie investieren. Du musst nicht alles auf einmal austauschen. Ein TB4-Dock an einem TB5-Laptop-Port funktioniert ganz normal mit TB4-Geschwindigkeit (40 Gbit/s). Eine externe TB3-SSD läuft ebenfalls weiter. Deine USB-C-Peripherie wird nicht plötzlich inkompatibel.

Um die volle TB5-Geschwindigkeit zu bekommen, brauchst du allerdings ein TB5-zertifiziertes Kabel. Passive Kabel schaffen die volle Geschwindigkeit bis etwa 1 Meter. Für längere Strecken (bis zu 2 m) brauchst du ein aktives Kabel. OWC bietet das erste zertifizierte 2-m-TB5-Kabel für rund 80 € an.

Wichtig ist auch: Manche TB3-Accessoires können mit bestimmten TB5-Controllern Kompatibilitätsbesonderheiten haben. Das UGREEN Revodok Max 2131 listet zum Beispiel offiziell TB4- und USB4-Kompatibilität, weist aber darauf hin, dass TB3 nicht unterstützt wird. Wenn du also ältere TB3-Peripherie an einem neuen Dock nutzen willst, prüf vorher die Kompatibilitätsliste.

Und der Anschluss? Identischer USB-C. Keine Adapter, keine Dongles, kein proprietärer Unsinn.

Was ist der Unterschied zwischen Thunderbolt 5 und USB4?

Thunderbolt 5 garantiert mindestens 80 Gbit/s Bandbreite, verpflichtende Intel-Zertifizierungstests und ein festes Basis-Feature-Set inklusive PCIe-Tunneling und Multi-Display-Support. USB4 v2 kann theoretisch dieselben Geschwindigkeiten wie TB5 erreichen, aber Hersteller können frei entscheiden, welche Funktionen sie tatsächlich implementieren. Dadurch variiert die Leistung je nach Gerät deutlich.

Am einfachsten kann man es so sehen: Thunderbolt 5 ist die vollständig ausgestattete Spezifikation, bei der alle Features enthalten, garantiert und nach denselben Standards getestet sind. USB4 v2 ist die flexible Alternative, bei der Funktionen wie PCIe-Tunneling, eGPU-Support und Display-Ausgabe optional sind. Auf dem Gerät steht dann zwar „USB4“, aber was es tatsächlich liefert, hängt komplett von der Umsetzung des Herstellers ab.

Wie Granite River Labs in seinem technischen Überblick erklärt, liegt der Hauptunterschied darin, dass unterstützende Features bei USB4 aufgrund der offenen Spezifikation weitgehend optional sind.

In der Praxis kann ein „USB4 v2“-Port also die vollen 80 Gbit/s liefern – oder nur 40 Gbit/s, bei denen optionale Features gestrichen wurden.

Intels Zertifizierungsprozess verlangt, dass jedes Thunderbolt-5-Gerät verpflichtende Tests besteht, bevor es die Marke tragen darf. Diese Tests umfassen Bandbreite, Power Delivery und Interoperabilität. Für USB4 gibt es keine vergleichbare Pflichtzertifizierung. Zwei Geräte mit demselben USB4-Branding können daher sehr unterschiedliche Leistungsniveaus bieten.

Für Käufer gilt daher eine einfache Regel: Wenn der Port das Thunderbolt-5-Blitzsymbol trägt, kannst du der Spezifikation vertrauen. Steht dort nur „USB4“, lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte vor dem Kauf.

Wer braucht Thunderbolt 5 aktuell wirklich?

Image from unsplash

Wenn du regelmäßig mit großen Dateien auf externem Speicher arbeitest, mehr als zwei 4K-Displays brauchst oder wirklich brauchbare eGPU-Gaming-Performance möchtest, ist Thunderbolt 5 ein sinnvolles Upgrade. Für normale Office-Arbeit und Web-Browsing hat Thunderbolt 4 dagegen noch mehr als genug Reserven.

Content Creators

Diese Gruppe profitiert am meisten. Video-Editoren mit 4K-/6K-/8K-ProRes-Footage, Color Grader mit Referenzmonitoren, Fotografen, die täglich Hunderte RAW-Dateien übertragen – TB5 löst für all diese Workflows echte Probleme.

Das Killer-Feature sind externe SSD-Geschwindigkeiten, die sich interner Laufwerksleistung annähern. Für Mac-Nutzer heißt das: Speicher kostengünstiger erweitern, statt Apples Aufpreis für größere interne SSDs zu zahlen. Und Multi-Display-Support über ein einziges Dock-Kabel sorgt für einen aufgeräumteren Schreibtisch mit weniger Adapterchaos.

Eine einzige UGREEN Revodok Maxidok Thunderbolt™ 5 Dockingstation ersetzt das Durcheinander aus Hubs, Adaptern und Kabelsplittern, mit dem viele Creator aktuell kämpfen. Wenn du regelmäßig große Dateien überträgst und mehrere Monitore betreibst, ist TB5 kein Luxus. Es beseitigt den Bottleneck.

Gamer

Die PCIe-Bandbreite verdoppelt sich von 32 Gbit/s (Gen 3) auf 64 Gbit/s (Gen 4), was zu spürbaren, aber workload-abhängigen eGPU-Gewinnen führt. Benchmarks von eGPU.io zeigen eine RTX 4080 über TB5 mit 157 FPS in Cyberpunk 2077 gegenüber 68 FPS über TB3. Das ist ein 2,3-facher Sprung. TB5-eGPU-Setups liefern inzwischen ungefähr 70–80 % der nativen Desktop-GPU-Performance.

Halte deine Erwartungen trotzdem realistisch. TB5-eGPUs liegen immer noch etwa 13–14 % hinter OCuLink und 19–25 % hinter nativen Desktop-GPUs. Für kompetitives Gaming bleibt ein Desktop-PC die bessere Wahl. Für Laptop-Gamer, die zuhause Desktop-ähnliche Grafikleistung wollen, verändert TB5 die Gleichung aber wirklich. Und 4K@240Hz über ein einziges Kabel? Davon war TB4 weit entfernt.

Programmierer und Engineers

Schneller externer Speicher für große Codebases, virtuelle Maschinen, Docker-Container und ML-Datensätze. Triple-Monitor-Setups (IDE, Terminal, Doku, Browser) über eine einzige Dock-Verbindung. Verkabeltes 2,5GbE- oder 10GbE-Ethernet für lokale Server-Arbeit. TB5 deckt all das ab.

Trotzdem gilt: Die meisten Entwicklungs-Workflows sind CPU- und RAM-limitiert, nicht bandbreitenlimitiert. Wenn dein Setup mit TB4 gut funktioniert, gibt es keinen Grund zur Eile. Wirklich interessant wird TB5, wenn du VMs oder große Container-Images von externem Speicher betreibst und gleichzeitig drei oder mehr Displays nutzt.

Office- und Produktivitätsnutzer

Für die meisten Office-Nutzer? TB4 ist weiterhin völlig ausreichend. E-Mails, Dokumente, Videocalls und ein einzelner Monitor kommen nicht einmal annähernd an die Bandbreitenlimits von TB4 heran.

Hier lohnt sich ein Upgrade eher nicht: Wenn du auf ein Triple-Monitor-Setup erweiterst, regelmäßig große Dateien zwischen Laufwerken verschiebst oder die IT-Abteilung deines Unternehmens TB5-Docks fürs Hot-Desking standardisiert, dann ergibt es Sinn. Ansonsten spar dir das Geld und bleib bei dem, was funktioniert.

Welche Geräte unterstützen Thunderbolt 5 aktuell?

Stand Anfang 2026 ist Thunderbolt 5 auf Apples MacBooks mit M4 Pro/Max und M5 Pro verfügbar, auf dem Mac mini mit M4 Pro, auf einer wachsenden Zahl von High-End-Windows-Gaming- und Workstation-Laptops sowie auf rund 15+ zertifizierten Dockingstations.

Laptops: Apple führt aktuell bei der installierten TB5-Basis. Das MacBook Pro mit M4 Pro oder M4 Max (Launch im November 2024) sowie das M5 Pro (Launch Ende 2025) verfügen jeweils über drei TB5-Ports. Auf Windows-Seite sprechen wir vor allem über Gaming- und Workstation-Modelle wie MSI Titan/Raider/Vector, ASUS ROG Strix SCAR 18, Razer Blade 18, Alienware Area-51, HP ZBook Fury, Dell Pro Max 16 und Lenovo Legion 9i. Die Basisversionen des M4- und M5-MacBook-Pro sowie der normale Mac mini kommen dagegen nur mit TB4.

Desktop: Der Mac mini mit M4 Pro hat drei TB5-Ports. Bei Windows-Desktops brauchst du ein Premium-Z890-Mainboard mit integriertem TB5 oder die ASUS ThunderboltEX 5 Add-in-Card.

Peripherie: Dockingstations sind die ausgereifteste TB5-Produktkategorie, mit 15+ zertifizierten Modellen, die bereits erhältlich sind. Externe TB5-SSDs gibt es, sie sind aber noch relativ selten. TB5-eGPU-Gehäuse tauchen langsam auf. Und native TB5-Monitore? Praktisch nicht vorhanden. Das bleibt aktuell die größte Lücke im TB5-Ökosystem.

Man muss aber realistisch bleiben: TB5 befindet sich weiterhin in der Early-Adopter-Phase. Native Thunderbolt-5-Integration ist derzeit auf Intels Plattform mit separatem Controller beschränkt. Bisher hat keine Intel-CPU TB5 direkt auf dem Prozessor integriert, und laut USB-IF-Schätzungen wird eine breite Marktdurchdringung wohl erst um 2027 erreicht.

Auf der Mac-Seite ist TB5 aber schon da, und High-End-Windows-Gaming-Laptops holen auf.

Für europäische Leser: Apples TB5-Produkte sind in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden breit verfügbar. Windows-TB5-Laptops von MSI, ASUS und Razer werden über regionale Händler verkauft, wobei die Verfügbarkeit je nach Modell schwankt.

Was sind die besten Thunderbolt-5-Dockingstations?

Die beste TB5-Dockingstation hängt davon ab, worauf du Wert legst. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis führen die UGREEN Revodok Maxidok 10-in-1 Thunderbolt™ 5 Docking Station und das Plugable TBT-UDT3 mit ca. 239,99 € bzw. 299,95€. Wenn du möglichst viele Anschlüsse brauchst, ist CalDigits TS5 Plus (499€) schwer zu schlagen. Wenn dir integrierter SSD-Speicher wichtig ist, bietet das Kensington SD7100T5 (449€) einen M.2 PCIe 4.0 Slot.

P.S.: Die Preise anderer Marken dienen nur als Referenz.

Der Markt für Thunderbolt-5-Docks ist erstaunlich schnell gereift. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Modelle:

CalDigit TS5 Plus bietet 20 Ports und 10GbE-Netzwerk. Die kompletteste Option für Nutzer, die maximale Konnektivität brauchen. Unter hoher Last wird es allerdings warm, und der Preis liegt für viele außerhalb des Budgets.

Plugable TBT-UDT3 liegt preislich auf UGREEN-Niveau, bietet 11 Ports und zusätzlich Thunderbolt Share für PC-zu-PC-Dateiübertragungen. Ein solider Allrounder, wenn du genau dieses Feature brauchst.

Kensington SD7100T5 sticht mit integriertem M.2-SSD-Slot und CompactFlash-Reader heraus – besonders interessant für Fotografen und Videografen, die integrierte Speichererweiterung wollen. Dazu kommt eine 3-Jahres-Garantie, was im professionellen Umfeld relevant ist.

UGREEN Revodok Maxidok 10-in-1 Thunderbolt™ 5 Dockingstation

Das ist die Preis-Leistungs-Empfehlung. Für etwa 239,99 € (oft reduziert von 299,99 €) bekommst du 120 Gbit/s unidirektionale Datenübertragung, erstklassigen Multi-Display-Support, 140 W High-Power-Charging, 1 Gbit/s Gigabit-Ethernet und ein leises Kühldesign, das deinem Schreibtisch kein zusätzliches Lüftergeräusch beschert. Es ist ein echtes One-Stop-Office-Expansion-Hub: externer Speicher, Dual-Display, kabelgebundenes Netzwerk, Peripherie und Laptop-Laden über ein einziges Thunderbolt-Kabel.

{{UGPRODUCT}}

Für die meisten professionellen Setups – etwa ein MacBook Pro mit zwei externen Monitoren, einer SSD und kabelgebundenem Netzwerk – deckt die 10-in-1 praktisch alles ab und bleibt dabei deutlich günstiger als CalDigit oder Kensington. Wenn dir 10 Ports und 140 W Ladeleistung ausreichen, ist das das Dock, das du kaufen solltest.

UGREEN Revodok Maxidok 17-in-1 Thunderbolt™ 5 Dockingstation

Für Nutzer, die wirklich alles in einem einzigen Dock wollen, ist die 17-in-1 das Flaggschiff. Sie ergänzt M.2-Hochgeschwindigkeits-Speichererweiterung, sodass deine SSD direkt im Dock sitzt und kein externes Gehäuse mehr nötig ist. Dazu kommen 240 W Power Delivery für Gaming-Laptops und Workstations, 2,5G-Ethernet für schnellere Netzwerktransfers sowie ein Gehäuse aus Zink-Aluminium-Legierung mit fortschrittlicher Wärmeableitung und Schaltungsschutz. Das ist ein festes Desktop-Dock, gebaut für Studio-Umgebungen, in denen es jeden Tag dauerhaft läuft.

{{UGPRODUCT}}

Wenn 10GbE-Netzwerk Pflicht ist, bleibt das CalDigit TS5 Plus die einzige Option für 499 €. Aber was die Kombination aus Port-Anzahl, Speichererweiterung und Ladeleistung angeht, ist die 17-in-1 wirklich schwer zu schlagen.

Ist es Zeit, auf Thunderbolt 5 umzusteigen?

Die Bandbreiten-Frustration aus der Einleitung? TB5 löst sie tatsächlich. Doppelte Basisgeschwindigkeit, dreifache Display-Kapazität und genug Power Delivery, um das separate Ladegerät loszuwerden. Das sind keine kleinen Verbesserungen. Das ist der Unterschied zwischen einem Setup, das irgendwie funktioniert, und einem, das ohne Kompromisse funktioniert.

Aber ganz ehrlich: Wenn dein aktuelles TB4-Setup dir keine Probleme macht, gibt es keinen dringenden Grund. TB5 ist ein deutliches Upgrade für Professionals, die täglich an die Grenzen von TB4 stoßen – Video-Editoren, Power-User mit mehreren Monitoren und eGPU-Gamer. Für alle anderen ist es vor allem eine sinnvolle Entscheidung für die Zukunftssicherheit, wenn du ohnehin deinen Laptop upgradest oder dein Desk-Setup neu aufbaust. Kein Grund, funktionierende Hardware wegzuwerfen.

Wenn du allerdings komplett neu aufbaust, fang mit dem Dock an.

Eine TB5-Dockingstation ist mit TB4 und TB3 abwärtskompatibel. Sie funktioniert also schon heute mit deinem aktuellen Laptop und schaltet die volle Geschwindigkeit frei, sobald dein nächstes Gerät TB5-Ports mitbringt.

Die UGREEN Revodok Maxidok Thunderbolt™ 5 Dockingstation Serie – von der 10-in-1 für schlanke professionelle Setups bis zur 17-in-1 mit kompletter Flaggschiff-Ausstattung – gibt dir genau diese Grundlage, ohne den Aufpreis, den man bei CalDigit oder Kensington zahlt.

Die Produktkategorie ist noch jung, aber die Technologie ist bereit. Und anders als viele Spec-Upgrades liefert dieses hier tatsächlich einen Unterschied, den du jedes Mal spürst, wenn du dein Gerät anschließt.

FAQ: Thunderbolt 5 vs. Thunderbolt 4

Was ist der größte Unterschied zwischen Thunderbolt 5 und Thunderbolt 4?

Der größte Unterschied liegt in der Bandbreite. Thunderbolt 5 bietet eine Basisbandbreite von 80 Gbit/s, während Thunderbolt 4 auf 40 Gbit/s begrenzt ist. Mit der Funktion Bandwidth Boost kann Thunderbolt 5 sogar bis zu 120 Gbit/s erreichen. Zusätzlich unterstützt TB5 schnellere PCIe-Datenübertragung, DisplayPort 2.1 für mehrere 8K-Displays sowie eine höhere Power Delivery von bis zu 240 W.

Wie viel schneller ist Thunderbolt 5 bei externen SSD-Übertragungen?

In der Praxis sind externe SSD-Transfers über Thunderbolt 5 etwa 2–2,5-mal schneller als über Thunderbolt 4. Während TB4 real meist rund 2.800–3.000 MB/s erreicht, können TB5-SSDs 5.000–6.000 MB/s lesen. Dadurch lässt sich beispielsweise ein 100-GB-Videoprojekt in etwa 20 Sekunden kopieren statt in rund 45 Sekunden mit TB4.

Wie viele Monitore unterstützt Thunderbolt 5?

Thunderbolt 5 kann bis zu drei 4K-Displays mit 144 Hz, zwei 8K-Displays mit 60 Hz oder ein einzelnes Display mit bis zu 540 Hz betreiben. Thunderbolt 4 unterstützt dagegen maximal zwei 4K-Monitore mit 60 Hz. Dank DisplayPort 2.1 eignet sich TB5 besonders für Multi-Monitor-Setups bei Creators, Entwicklern oder Gamern.

Ist Thunderbolt 5 mit älteren Thunderbolt-Geräten kompatibel?

Ja. Thunderbolt-5-Ports sind abwärtskompatibel mit Thunderbolt 4, Thunderbolt 3 und USB4. Ältere Geräte und Kabel funktionieren weiterhin, allerdings nur mit ihrer ursprünglichen Geschwindigkeit. Um die volle TB5-Geschwindigkeit von bis zu 80 bzw. 120 Gbit/s zu nutzen, benötigst du ein zertifiziertes Thunderbolt-5-Kabel.

Wer sollte von Thunderbolt 4 auf Thunderbolt 5 upgraden?

Ein Upgrade lohnt sich vor allem für Content Creators, Gamer und Entwickler, die regelmäßig große Dateien übertragen, mehrere hochauflösende Displays nutzen oder eGPUs einsetzen. Für Office-Arbeit, Web-Browsing und einfache Setups bietet Thunderbolt 4 weiterhin genügend Leistung, sodass ein sofortiger Umstieg meist nicht notwendig ist.

Schnellnavigation
Verwandte Artikel
OpenClaw auf dem Mac mini: Minimales Setup ohne dein System preiszugeben
OpenClaw auf dem Mac mini: Minimales Setup ohne dein System preiszugeben
09/03/2026
Was ist Thunderbolt 5? Der vollständige Leitfaden für 2026
Was ist Thunderbolt 5? Der vollständige Leitfaden für 2026
03/03/2026
Was ist eine Dockingstation? Ein umfassender Leitfaden
Was ist eine Dockingstation? Ein umfassender Leitfaden
16/06/2025
Gaming-Dockingstationen: Lade deinen Laptop für Diablo IV auf
Gaming-Dockingstationen: Lade deinen Laptop für Diablo IV auf
09/06/2025
In 5 Minuten zur Perfekten Dockingstation – So Einfach Geht’s!
In 5 Minuten zur Perfekten Dockingstation – So Einfach Geht’s!
03/05/2025